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Die Geschichte des ZBG

Das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. - ehemals Arbeitskreis - ist am Institut für Biologische Produktionssysteme angesiedelt. Es wurde 1957 am Institut für Gartenbauökonomie als "Arbeitskreis Betriebswirtschaftliche Beratung im Gartenbau" als langfristiges Projekt gegründet.

 
"Am 1. Januar 1959 sind die ersten Regelungen des Vertragswerkes über die Bildung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Kraft getreten. Die Zölle zwischen den 6 Mitgliedsstaaten wurden um 10% herabgesetzt, die Einfuhrkontingente globalisiert und gleichzeitig um 20% erhöht. Ziel der EWG ist es, einen Großwirtschaftsraum zu schaffen, innerhalb dessen unter gleichen Wettbewerbsbedingungen ein freier Güteraustausch stattfinden soll. Man verspricht sich von dem Zusammenschluss der nationalen Wirtschaften eine Ausweitung der Industrie, eine Senkung der Herstellungskosten durch weitere Rationalisierung der Produktionsvorgänge und damit eine allgemeine Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung in den beteiligten Ländern.

Wenn das Vertragswerk auch die Besonderheit der landwirtschaftlichen und demzufolge auch der gärtnerischen Erzeugung anerkennt, so wird sich der Gemeinsame Markt auch auf gartenbaulichem Sektor auswirken. In dieser Entwicklung kommt der Wirtschaftsberatung eine besondere Bedeutung zu. In Anerkennung dieser Tatsache hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Juli 1957 den Arbeitskreis "Betriebswirtschaftliche Beratung im Gartenbau" geschaffen. In diesen Kreis wurden Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis aus allen Teilen des Bundesgebietes berufen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die für die betriebswirtschaftliche Beratung im Gartenbau erforderlichen Unterlagen zu erstellen.

Mit vorliegendem Heft veröffentlicht der Arbeitskreis zum ersten Mal die Ergebnisse seiner Auswertung von Buchführungsabschlüssen aus Gartenbaubetrieben. Da das Zahlenmaterial in erster Linie den Wirtschaftsberatern, Buchstellen- und Betriebsleitern Unterlagen für Betriebsvergleiche liefern soll, ist auch die Auswertungsmethode auf diesen Zweck abgestimmt worden. Sie gründet sich auf das von Herrn Dr. Peper für den Gartenbau erarbeitete Kennzahlensystem.

Der Kennzahlenvergleich umfasst die Analyse des Betriebstypes, der Gewinn und Verlustrechnung sowie der Bilanz. Er stellt eine besondere Verfahrensart im Betriebsvergleich dar. Da allgemein keine einwandfreien Zahlen von Modellbetrieben als Maßstab für den Betriebsvergleich zur Verfügung stehen, werden die Zahlen des Untersuchungsbetriebes anfangs mit den Durchschnittswerten einer Gruppe vergleichbarer Betriebe verglichen. Aus den dabei festgestellten Unterschieden erhält man die ersten Hinweise, in welchen Punkten mit großer Wahrscheinlichkeit mit Betriebsfehlern zu rechnen ist. Im weiteren Verlauf des Betriebsvergleichs orientiert man sich möglichst immer weniger an gleichmachenden Durchschnittszahlen. Dafür werden die Werte desjenigen Betriebes richtungsweisend, der in seiner Struktur dem Untersuchungsbetrieb am nächsten kommt und den höchsten Reinertrag erzielt hat.

Die vorliegende Schrift unterscheidet sich in ihrer Zielsetzung und darum auch in ihrer Form von anderen Veröffentlichungen über Buchführungsergebnisse im Gartenbau. Es war nicht so sehr das Anliegen, ein repräsentatives Bild des Gartenbaues wiederzugeben. Die Betonung lag vielmehr auf dem Ziel, dem einzelnen Betrieb Unterlagen zur rechnerischen Kontrolle und Verbesserung des Erfolges sowie für die Betriebsplanung zu vermitteln. Der Zweck der Veröffentlichung wird deshalb in erster Linie darin gesehen, dass sie den Wirtschaftsberatern speziell für die Einzelbetriebsberatung als Hilfsmittel dient. Infolgedessen wurde auf die Veröffentlichung der Ergebnisse von Einzelbetrieben größter Wert gelegt.

Die Unterlagen für das vorliegende Heft wurden in enger Zusammenarbeit zwischen Behörden und Buchstellen beschafft und dem Arbeitskreis zur Verfügung gestellt. Unser Dank gilt allen an der Sammlung des Zahlenmaterials Beteiligten für ihre freundliche Unterstützung und ihre Mitarbeit an der Erstellung der von der Wirtschaftsberatung so dringend benötigten Unterlagen.

Prof. Dr. W. Busch"

aus: Arbeitskreis betriebswirtschaftliche Beratung im Gartenbau (1959):
Kennzahlen für den Betriebsvergleich 1956.