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Corona-Krise

Corona-Krise: Staatshilfen für betroffene Gartenbauunternehmen

Die Bundesregierung sowie die Regierungen der Länder haben eine Reihe von Fördermaßnahmen auf den Weg gebracht, um Unternehmen in Deutschland so gut es geht vor den Auswirkungen der Corona-Krise zu schützen. Auf dieser Seite haben wir eine Übersicht über aktuelle staatliche Förderprogramme erstellt, die für Gartenbauunternehmen geeignet sind (Stand: 13. Juli 2020).

LIQUIDITÄTSHILFEN DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN RENTENBANK

Unternehmen mit landwirtschaftlicher (und damit auch gartenbaulicher) Primärproduktion können die KfW-Kredite, welche für weite Teile der Wirtschaft konzipiert worden sind, nicht beantragen. Stattdessen können diese Unternehmen auf Liquiditätssicherungsprogramme der Landwirtschaftlichen Rentenbank zurückgreifen. Die Rentenbank hat zwei Programme aufgelegt, um landwirtschaftlichen Unternehmen in der Corona-Krise zu unterstützen. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Programmen ist, dass das Liquiditätssicherungsprogramm Nr. 246 nicht über eine Bundesbürgschaft verfügt.

Alle hier genannten Angaben beziehen sich ausschließlich auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) (Grenzwerte: < 250 AK, Jahresumsatz < 50 Mio. €, Bilanzsumme < 43 Mio. €). Die gesammelten Informationen stammen von der Internetseite der Rentenbank (Stand: 22. April 2020, 10 Uhr).

Liquiditätssicherung mit Bürgschaft des Bundes (Nr. 302)

Für landwirtschaftliche Unternehmen steht ab dem 16. April 2020 ein Liquiditätssicherungsdarlehen mit einer Bürgschaft des Bundes zur Verfügung, welches von der Landwirtschaftlichen Rentenbank ausgezahlt wird. Zusätzlich kann den antragstellenden Unternehmen ein Förderzuschuss gewährt werden.

  • Das Programm auf einen Blick
    • Kreditvolumen: 10.000 € bis max. 3.000.000 €
    • Förderzuschuss: bis 1,5 % des Darlehenvolumens
    • Mittelverwendung: Betriebsmittel und Investitionen; keine Umschuldung von Krediten, die vor dem 12.3.2020 gewährt worden sind
    • Bürgschaft des Bundes: 90 % der Darlehenssumme
    • Laufzeit: 4 bis 6 Jahre
    • Zinssatz: 1 % (zu entnehmen der Programminformation, die aktuellen Konditionen der Rentenbank enthalten diese Information noch nicht)
    • Tilgung: 1. Jahr tilgungsfrei (in begründeten Fällen auch 2 Jahre, dann ggf. Zinsaufschlag)
    • Sonstige Kosten: 1 % der Bearbeitungsgebühr (max. 5.000 €) durch Rentenbank; max. Bearbeitungsgebühr der Hausbank 1 % (max. 1.250 € - 5.000 €; Angaben unterschiedlich)
    • Gültigkeit: 31. Dezember 2020 (Antragseinreichung bei der Rentenbank bis 15. Dezember 2020)
  • Können Sie die Liquiditätshilfen beantragen? Alle Voraussetzungen auf einen Blick
    • Unternehmensform: Gefördert werden – unabhängig der Rechtsform – Unternehmen mit landwirtschaflicher Primärproduktion und damit auch alle Unternehmen mit gartenbaulicher Produktion.
    • Finanzielle Gesundheit des Unternehmens: Unternehmen dürfen zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein. Nachweis möglich mit Hilfe des Betriebsvergleichs 4.0.
    • Krisenauslöser Corona: Das Unternehmen muss nachweisen, dass der Liquiditätsbedarf durch die Corona-Krise ausgelöst worden ist.
    • Keine ausreichenden Sicherheiten: Antragstellende Unternehmen dürfen nicht über ausreichende bankübliche Sicherheiten verfügen, um die gesamte Darlehenssumme abzusichern.
    • Aussicht auf Rückzahlung des Darlehens: Die Kapitaldienstfähigkeit des Unternehmens erscheint auf Dauer gesichert, wenn eine sich normalisierende gesamtwirtschaftliche Entwicklung unterstellt wird.
  • Wie hoch ist das maximale Kreditvolumen für Ihr Unternehmen?

    Das maximale Kreditvolumen beträgt 3.000.000 €. Folgende Grenzwerte dürfen nicht überschritten werden:

    • Doppelte jährliche Lohnsumme (einschließlich Sozialversicherungsbeiträgen)
    • 25 % des Umsatzes aus 2019
    • In begründeten Fällen kann der Darlehensbetrag auf der Grundlage einer Selbstauskunft des Antragstellers zu seinem Liquiditätsbedarf ermittelt werden, um den Liquiditätsbedarf ab dem Zeitpunkt der Gewährung für die kommenden 18 Monate zu decken.
  • Wie hoch ist der Förderzuschuss und welche Voraussetzungen gibt es?

    Die Rentenbank kann Kreditnehmern zusätzlich zu dem zinsgünstigen Darlehen einen Förderzuschuss gewähren, welcher nicht zurückgezahlt werden muss.

    • Berechnung des Förderzuschusses: zurzeit 1,5 % der Darlehensumme; aktuelle Informationen können dem Konditionenrundschreiben der Rentenbank entnommen werden (Stand 17.04.2020, 16:00 sind die Informationen nur in der Programminformation zu finden).
    • Maximale Höhe des Förderzuschusses: Der Förderzuschuss zählt zu den "Bundes Kleinhilfen 2020". Diese dürfen in Summe über alle beanspruchten Hilfsmaßnahmen bei landwirtschaftlichen Unternehmen 100.000 € nicht überschreiten. Bei Antragstellung muss eine entsprechende Erklärung eingereicht werden.
  • Wo wird der Kredit beantragt?

    Der Kredit wird bei der Hausbank beantragt. Eine schnelle Abwicklung soll durch die 90 % Verbürgung durch die Rentenbank bzw. den Bund gewährleistet werden. Folgende Unterlagen sind von der Hausbank bei der Rentenbank einzureichen:

    • Antrag auf ein Refinanzierungsdarlehen. In der Beschreibung des Vorhabens ist die „Corona-Betroffenheit“ kurz zu erläutern. 
    • Antrag auf Bürgschaft: Dokument bei der Rentenbank nicht gefunden (Stand: 17. April 2020, 16:00)
    • Kleinbeihilfen-Erklärung
    • Kopie des internen Kreditentscheidungsprotokolls der Hausbank inklusive Beschluss

     

    Die vollständigen Antragsunterlagen müssen bis spätestens 15.12.2020 bei der Rentenbank eingegangen sein.

Liquiditätssicherungsprogramm (Nr. 246)

Bereits seit dem 17. März 2020 steht Unternehmen mit landwirtschaftlicher Primärproduktion ein Liquiditätssicherungsprogramm zur Verfügung. Dieses verfügt über keine Bürgschaft des Bundes, wodurch der zu bezahlenden Zins stark von der von den Sicherheiten und der Bonität der Kreditnehmer abhängt.

  • Das Programm auf einen Blick
    • Kreditvolumen: bis max. 10.000.000 € je Unternehmen und Jahr (In Ausnahmefällen auch mehr möglich)
    • Nichtrückzahlbarer Förderzuschuss: 1,5 % des Darlehenvolumens (Stand 22.4.2020,  berücksichtigen Sie die aktuellen Konditionen)
    • Mittelverwendung: Betriebsmittel und Investitionen, auch der Kapitaldienst bereits bestehender Darlehen
    • Bürgschaft: keine
    • Laufzeit: 4,6 oder 10 Jahre
    • Tilgung: 1 Jahr tilgungsfrei (in begründeten Fällen auch 2 Jahre, dann eventuell Zinsaufschlag)
    • Zins: abhängig von Bonität und Sicherheiten des Kreditnehmers; Berechnung auf Basis des Risikogerechten Zinssystems (RGZS), berücksichtigen Sie die aktuellen Konditionen.
    • Sonstige Kosten: keine Kosten durch Rentenbak, max. Bearbeitungsgebühr der Hausbank 1 % (max. 1.250 €)
    • Gültigkeit: bis 30. Juni 2021
  • Können Sie den Rentenbank Darlehen beantragen? Alle Voraussetzungen auf einen Blick
    • Unternehmensform: Gefördert werden - unabhängig der Rechtsform – Unternehmen mit landwirtschaflicher Primärproduktion und damit auch alle Unternehmen mit gartenbaulicher Produktion
    • Krisenauslöser Corona: Betroffenheit durch Corona-Krise muss erläutert werden
    • Finanzielle Gesundheit des Unternehmens: Das Unternehmen darf nicht in Schwierigkeiten stecken, beachten Sie hierzu das Merkblatt
  • Wie hoch ist der Förderzuschuss und welche Voraussetzungen gibt es?

    Die Rentenbank kann Kreditnehmern zusätzlich zu dem zinsgünstigen Darlehen einen Förderzuschuss gewähren, welcher nicht zurückgezahlt werden muss.

    • Berechnung des Förderzuschusses: zurzeit 1,5 % der Darlehensumme; aktuelle Informationen können dem Konditionenrundschreiben der Rentenbank entnommen werden.
    • Maximale Höhe des Förderzuschusses: Der Förderzuschuss zählt zu den "Bundes Kleinhilfen 2020". Diese dürfen in Summe über alle beanspruchten Hilfsmaßnahmen bei landwirtschaftlichen Unternehmen 100.000 € nicht überschreiten. Bei Antragstellung muss eine entsprechende Erklärung eingereicht werden.
  • Wo wird der Kredit beantragt?

    Der Kredit wird bei der Hausbank beantragt. Gleichzeitg kann auch der Förderzuschuss beantragt werden. Folgende Unterlagen sind von der Hausbank bei der Rentenbank einzureichen:

LIQUIDITÄTSHILFEN DER KREDITANSTALT FÜR WIEDERAUFBAU (KFW)

Um kurzfristige Liquiditätsengpässe bei mittelständischen Unternehmen zu verhindern, hat der Bund zusammen mit der KfW unterschiedliche Hilfspakete aufgelegt. Da sich diese Angebote nur an Unternehmen ohne landwirtschaftliche Primärproduktion richten, wird hier nur ein wesentliches Hilfsprogramm vorgestellt. Andere Hilfsprogramme werden verlinkt. Die hier zusammengefassten Informationen stammen von den Internetseiten des  Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie von der KfW (Stand: 22. April 2020).

KfW-Schnellkredit

Der KfW-Schnellkredit 2020 dient dazu, akute Liquiditätslücken bei mittelständischen Unternehmen zu überbrücken. Eine schnelle Freigabe von Gelder soll durch eine 100 % Bürgschaft des Bundes gewährleistet werden.

  • Was sind die Eckdaten des Schnellkredits?
    • Maximales Kreditvolumen: 800.000 €
    • Laufzeit: 10 Jahre
    • Zinssatz: 3 %
    • Tilgung: 2 Jahre tilgungsfrei
    • Mittelverwendung: Das Darlehen kann für laufende Kosten und Investitionen genutzt werden.
  • Können Sie den KfW Schnellkredit beantragen? Alle Voraussetzungen auf einen Blick
    • Rechtsform: Nur gewerbliche Unternehmen sind antragsberechtigt.
    • Alter des Unternehmens: Das Unternehmen muss die ersten Umsätze mindestens am 1. Januar 2019 erzielt haben.
    • Unternehmensgröße: Das Unternehmen muss mindestens 10 Arbeitskräfte beschäftigen.
    • Finanzielle Gesundheit des Unternehmens: Das Unternehmen muss zum 31. Dezember 2019 geordnete wirtschaftliche Verhältnisse nachweisen. Im Jahr 2019 muss dazu ein Gewinn erwirtschaftet worden sein. Wenn dies nicht der Fall ist, muss im Zeitraum zwischen 2017 und 2019 im Mittel ein Gewinn nachweisbar sein. Unternehmen, welche am Betriebsvergleich 4.0 teilnehmen, werden kurzfristig die Möglichkeit erhalten, diesen Nachweis ausdrucken zu können.
  • Wie viel hoch ist das maximale Kreditvolumen für Ihr Unternehmen?

    Das Kreditvolumen darf 25 % des Umsatzes von 2019 nicht überschreiten und ist gestaffelt nach der Unternehmensgröße. Unternehmen mit

    • bis zu 50 AK können 500.000 € beantragen.
    • über 50 AK können 800.000 € beantragen.
  • Wo wird der Kredit beantragt?

    Der Kredit wird bei der Hausbank beantragt. Diese ist zu 100 % durch die KfW - abgesichert durch den Bund - von der Haftung freigstellt. Dadurch wird eine schnelle Kreditvergabe gewährleistet.

    Vor Darlehensauszahlung prüft und bestätigt die Bank folgende Punkte:

    • Anzahl der Beschäftigten
    • Umsatz und Gewinnerzielung
    • Erklärung über Einhaltung der Kreditobergrenze

Kontaktpersonen

Sollten Sie weitere Hilfe bei der Beantragung der staatlichen Hilfsgelder benötigen, finden Sie hier langjährige Partner des ZBG, die Sie unterstützen können.

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